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Das Wasserkraftwerk Ottenau wurde 1921 von der damaligen Badenwerk AG, ein Vorgängerunternehmen der EnBW Energie Baden-Württemberg AG aus Ausleitungskraftwerk in Betrieb genommen. Die Wasserkraftanlage ist im Besitz eines unbefristeten Wasserrechts. Das Wasserkraftwerk besitzt im Oberwasser ein Streichwehr, von dem der Kraftwerkskanal abzweigt. Dieser ist seit Umbau- und Instandhaltungsmaßnahmen 2012 mit einem Schrägrechen als mechanische Barriere gegen Fische und Geschwemmsel versehen. Die Anlage hat zwei Francis-Turbinen aus dem Jahr 1965 mit einer Ausbauwassermenge von je 7,28 m3/s.

Ausbaudurchfluss Wasserkraftanlage 
14,60 m³/s
Leistung Wasserkraftanlage 
560,00 kW
Land 
Bundesland 
Flussgebiet 
Gewässer 
Murg
Fischschutzeinrichtung 
Baujahr Fischschutzeinrichtung 
≻ 2010 ≺ = 2015
Dotation Bypass 
0,80 m³/s
Beschreibung Fischschutzeinrichtung 

Als Fischschutzsystem wurde ein Schrägrechen mit einem Stababstand von 18 mm eingebaut, damals der erste seiner Art unter den EnBW-Wasserkraftwerken. Der Rechen hat eine Länge von 14,46 m und eine Höhe von 66 1,60 m, die Gesamtwassertiefe beträgt 2,00 m. Die Differenz zur Rechenhöhe ist konstruktionsbedingt. Der Anströmwinkel beträgt des Rechens beträgt 44°, die Rechenstäbe haben ein Rechteckprofil und demnach einen Stabprofilbeiwert von 2,42 analog dem Schrägrechen im Forschungslabor. Die Ruheposition des Rechenreinigungsarms liegt in Fließrichtung gesehen an der rechten Uferseite, seine Zacken greifen beim Reinigungsvorgang ein wenig zwischen die einzelnen Stäbe, jedoch nicht auf gesamter Rechenstablänge, da der Rechenreinigungsarm ansonsten Geschwemmsel durch den Schrägrechen drücken würde.

Höhe des größten Rechenfeldes  
1,60 m
Breite des größten Rechenfeldes 
14,46 m
Stababstand Rechen 
≻ 15mm ≺= 20mm
Anzahl der Rechenfelder 
1
Fischabstiegseinrichtung 
Bypass
Baujahr Fischabstiegseinrichtung 
≻ 2010 ≺ = 2015
Beschreibung Fischabstiegseinrichtung 

Auf der linken Seite des Einlaufkanals befindet sich in Verlängerung des Rechens die Fischabstiegsanlage in Form einer Klappe mit horizontaler Drehachse. Diese Klappe ist stets so weit geöffnet, dass die Mindestwassermenge von 800 l/s abgegeben werden kann. Dadurch stellt sich eine Überfallhöhe von 30 cm ein. Sobald der Rechenvorgang startet, wird die Klappe komplett gelegt (geöffnet), so dass ein Sog in den Bypass entsteht, der Fische und Geschwemmsel zum Abstieg zieht. Unter der Klappe befindet sich ein Tiefschütz, das bei Bedarf von der EnBW-Betriebsmannschaft gezogen werden kann, um Verlandungen sowie Sand- und Schlammablagerungen vor dem Rechen vorzubeugen. Der Bypass verläuft ca. 50 m parallel zur Fischaufstiegsanlage und mündet anschließend in der Ausleitungsstrecke der Murg.

Beschreibung der Begleituntersuchung 

Die Untersuchung soll bestehende Wissenslücken rund um den Schrägrechen schließen. Dazu wurden hydrometrische Messungen zur Ermittlung der Rechenverluste durchgeführt und mit rechnerischen Ergebnissen aus bekannten Rechenverlustformeln verglichen. Strömungssignaturen im Nahfeld des Schrägrechens wurden ermittelt und als 2D- und 3D-Grafiken dargestellt. Als letzte Säule erfolgten ethohydraulische Studien mit Lachssmolts und Aalen an verschiedenen Schrägrechen mit unterschiedlichen geometrischen und hydraulischen Randbedingungen. Zusätzlich wurde bei den Aalstudien der Einfluss einer Elektrifizierung des Schrägrechens untersucht. Sämtliche Messungen und Studien wurden sowohl im wasserbaulichen Forschungslabor der TU Darmstadt durchgeführt als auch an einem Schrägrechen des Wasserkraftwerks Ottenau an der Murg sowie an einer temporären Elektroscheuchanlage am Wasserkraftwerk Rotenfels an der Murg.

Beteiligte Institutionen 
Eintrag erstellt am: 01. März 2021
Zuletzt geändert am: 04. Mai 2021